Die Geschichte des Sportwagenherstellers Lamborghini beginnt nach dem zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1948 startet Ferruccio Lamborghini in Cento in der italienischen Provinz Ferrara mit der Produktion von Traktoren, die in Italien nach dem Krieg dringend benötigt werden. Ab 1959 werden in der Fabrik auch Brenner und Klimaanlagen hergestellt.
Weil Lamborghini seinen Lebenstraum, Hubschrauber zu konstruieren, nicht verwirklichen kann – die Regierung verweigert ihm die nötige Lizenz – widmet er sich später dem Bau von Sportwagen. Dieser Entschluss ist angeblich auf eine Auseinandersetzung zwischen ihm und Enzo Ferrari zurückzuführen. Sportwagen-Fan und Ferrari-Fahrer Lamborghini soll der Legende nach mit seinem Wagen unzufrieden gewesen sein und dem Ferrari-Gründer eine Konstruktionsänderung vorgeschlagen haben. Dieser habe nur geantwortet, Lamborghini habe mehr Kenntnisse von Traktoren als von Sportwagen; Daraufhin habe sich Lamborghini an seiner Ehre gepackt gefühlt und sich entschlossen, das Gegenteil zu beweisen. Wie auch immer, 1963 gründet er die Automobili Lamborghini S.p.A. und eröffnet in Sant’Agata zwischen Bologna und Modena eine Autofabrik, die ein Jahr später mit der Auslieferung der ersten Fahrzeuge beginnt.
Das Firmenemblem zeigt nach dem Sternzeichen des Gründers einen Stier. 1966 kommt eines der bis heute schönsten Lamborghini-Modelle auf den Markt, der legendäre Miura, der bis 1969 gebaut wird. Aufgrund der Affinität Ferruccio Lamborghinis zum Stierkampf trägt von da an jedes Modell den Namen einer großen spanischen Kampfstier-Rasse.
In den 70er Jahren gerät Lamborghini in eine tiefe Krise: 1972, ein Jahr nach dem Erscheinen des spektakulären, kantigen Lamborghini Countach, wird die Firma verkauft und entgeht fünf Jahre später nur knapp dem Konkurs. Das Unternehmen erholt sich und findet 1987 in dem amerikanischen Autokonzern Chrysler einen starken Partner, der in der Lage ist, die aufgrund der hohen Wachstumsrate dringend benötigten finanziellen Mittel aufzubringen. 1990 wird die Produktion des Countach nach 19 Jahren und fast 2.000 hergestellten Fahrzeugen eingestellt, Nachfolger wird der Lamborghini Diablo.
Nach einer weiteren schweren Krise wird Lamborghini 1994 an die Firma MegaTech verkauft, die zur indonesischen Firmengruppe Sedtco gehört. Nach einer Neuverteilung der Anteile im Jahr darauf wird Lamborghini 1998 durch die Audi AG übernommen und umstrukturiert. Unter dem Dach der Automobili Lamborghini Holding S.p.A. befinden sich heute drei separate Firmen: die Sportwagen-schmiede Automobili Lamborghini S.p.A., die Motori Marini Lamborghini S.p.A., die seit 1971 leistungsstarke Schiffsmotoren für Offshore-Rennboote herstellt und die Lamborghini Artimarca S.p.A., die für das Lizenzgeschäft und Merchandising zuständig ist.
Lamborghini bietet aktuell zwei verschiedene Sportwagen-Modelle an: den Murciélago, der 2001 den Diablo abgelöst hat, und den seit 2003 produzierten Gallardo. Der Murciélago ist der erste unter Audis Regie entstandene Lamborghini. Er verfügt über einen Allradantrieb und wird als Coupé und als Roadster (Spider) gefertigt. Das Designkonzept ist an den Flugzeugbau angelehnt, die Türen öffnen sich Lamborghini-typisch vorne angelenkt nach oben.
Gebrauchtwagen und Replika mit dem berühmten Stier-Logo sind sehr begehrt, egal, ob es sich um einen der klassischen Supersportwagen, einen alten Traktor oder um den Geländewagen LM 002 handelt, der zwischen 1986 und 1992 produziert wurde.
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